Assoziation der deutschen Absolventen und Freunde der Staatlichen Universität Woronesh

Der Vorstand

c/o Gudrun Krischok, Friedrichstraße 176-179, 10117 Berlin

Bericht über die Durchführung des Seminars „Russische Hochschulen in der Provinz: das Beispiel Woronesh“ und den Besuch der Delegation der Staatlichen Universität Woronesh vom 23.10. - 30.10.2000

Das Seminar „Russische Hochschulen in der Provinz: das Beispiel Woronesh“ wurde von der Assoziation der deutschen Absolventen und Freunde der Staatlichen Universität Woronesh mit Unterstützung der STIFTUNG WEST-ÖSTLICHE BEGEGNUNGEN, des Institutes für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und des Alexander-Herzen-Programmes des DAAD veranstaltet. Anläßlich des Seminars reiste ein Delegation der Staatlichen Universität Woronesh, der die Prorektoren V. Titov und A. Sidorkin sowie der Dekan der Chemischen Fakultät Ju. Afinogenov, der Dekan der Historischen Fakultät A. Vinnikov, der Dekan der Philologischen Fakultät V. Akaktkin, der Dekan der Pharmazeutischen Fakultät A. Slivkin, der stellvertretende . Dekan der Juristischen Fakultät S. Perederin sowie der Leiter der Internationalen Abteilung Ju- Epifantsev angehörten. Entgegen der ursprünglichen Planung weilte die Delegation vom 23.10. – 30.11.2000 in Berlin, also einen Tag länger als geplant, was sich auf die Verteilung der Finanzmittel auswirkte.

Die Delegation aus Woronesh traf am 23.10. abends an und wurde zunächst vom Vorstand der Assoziation empfangen. Am 24.10.2000 erfolgte der Aufbau einer kleinen Ausstellung über die Universität in Woronesh und ihre Fakultäten im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur. Dabei kam es zu einem Treffen mit der Leitung des Hauses. Am Mittwoch, den 25.11.2000 dann das Seminar „Russische Hochschulen in der Provinz: das Beispiel Woronesh“ statt. Eingeladen waren die Leiter der Akademischen Auslandsämter aller Universitäten und Fachhochschulen in Berlin und Brandenburg, Vertreter des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Kultur, des Auswärtigen Amtes, von Unternehmerverbänden und wissenschaftsfördernden Stiftungen. Der Einladung folgten ca. 25 Gäste. Die Begrüßung der russischen Delegation und der Seminargäste erfolgte durch die Vizepräsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Anne-Barbara Ischinger. Einleitende Worte sprach der stellvertretende Direktor des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur, Prof. B.I. Krjutchkov. Der Prorektor der Universität Woronesh, Prof. V. Titov hielt einen Vortrag über den Zustand seiner Universität an der Schwelle des 21. Jahrhunderts. Er verwies dabei auf die Leistungsfähigkeit dieser wissenschaftlichen Einrichtung in Lehre und Forschung, lenkte den Blick auf Entwicklungspotentiale und Problemfelder und zog eine Bilanz über die bisherigen Resultate bei der Umgestaltung der Universität. Dabei wurde deutlich, dass die Staatliche Universität Woronesh zu den leistungsfähigsten Hochschulen in der russischen Provinz gehört und es durchaus für potentielle deutsche Kooperationspartner lohnend sein kann, den Blick über die Hauptstädte Moskau und St. Petersburg hinaus auf weniger bekannte wissenschaftliche Stätten von Lehre und Forschung zu richten. Anschließend verwies der Prorektor für Forschung Prof Sidorkin auf herausragende forscherische Leistungen, die Gelehrte der Universität auf dem Gebiet der Physik, Chemie, Geographie sowie der Sozial- und Geisteswissenschaften hin. In der sich anschließenden freien Diskussion wurden vor allem Kooperationsmöglichkeiten zwischen Hochschulen und Fakultäten ausgelotet. Dabei stellte sich heraus, dass die Anbahnung von Kooperationsbeziehungen am ehesten auf der Grundlage konkreter Projekte zwischen Forschergruppen erfolgen sollte und nicht von der Leitungsebene deklariert werden kann. Besonderer Wert müsse auf praxisorientierte Kooperation gelegt werden, hieß es in der Diskussion. Im Anschluss an das Seminar erfolgte die feierliche Eröffnung der Ausstellung. Prof. Titov und Prof. Vinnikov führten darüber hinaus Gespräche im Akademischen Auslandsamt der Humboldt-Universität über den bisher erreichten Stand der Zusammenarbeit. Dabei ging es vor allem um das Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Geschichtswissenschaften der HU und der Historischen Fakultät in Woronesh im Rahmen des Alexander-Herzen-Programmes, um curriculare Reformen und die weitere Ausdehnung der Zusammenarbeit. Prof. Sidorkin und Dr. Epifantsev führten Verhandlungen mit der Leitung der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg über die Wiederaufnahme der universitären Beziehungen. Dabei gelang es, erste konkrete Maßnahmen zu vereinbaren. Im offiziellen Rahmenprogramm für die Delegation aus Woronesh wurde eine Busexkursion durch Berlin, eine Exkursion zu den Museen in Potsdam sowie ein Rundgang durch die Humboldt-Universität durchgeführt. Dabei wurde der Universitätsbibliothek eine umfangreiche Buchschenkung überreicht. Die Gäste nahmen ferner an der Jahresversammlung der Assoziation sowie an dem anschließenden Empfang teil.

Insgesamt schätzen wir ein, dass sowohl das Seminar wie auch der gesamte Aufenthalt der Delegation von der Staatlichen Universität Woronesh voll und ganz ihr Ziel erreicht haben. Es scheint gelungen, einer größeren Öffentlichkeit Informationen über die Leistungsfähigkeit einer russischen Hochschulen fernab von den einschlägig bekannten Zentren zugänglich und deren Kooperationsbereitschaft deutlich zu machen. Dabei konnten erste konkrete Resultate erzielt werden. Der Assoziation war es möglich, gemäß den in der Satzung festgelegten Zielen:

-        Förderung der Kontakte und Beziehungen zwischen den Absolventen und Freunden der Staatlichen Universität Woronesh

-        Unterstützung der beruflichen Integration von Absolventen und Freunden der WGU

-        Unterstützung von wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Vorhaben und Projekten von Absolventen und Freunden der WGU

-        Darstellung der Absolventen der WGU in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft

-        Förderung von Wissenschaft und Forschung, insbesondere der Beziehungen der WGU zu deutschen Hochschulen

tätig zu werden.

Die von der STIFTUNG WEST-ÖSTLICHE BEGEGNUNGEN bereitgestellten Mittel wurden den ursprünglichen Intentionen gemäß eingesetzt.